Das Birnchen

Die Vorgeschichte

Am liebsten fische ich mit der Trockenfliege, weil der Spaß beim Werfen am größten ist und es keinen spannenderen Moment gibt, als den Biss auf die Fliege zu sehen. Deshalb habe ich oft auch dann eine trockene montiert, wenn gerade kein Insektenschlupf bzw. kein Steigen stattfindet. Doch wenn die Salmoniden ihre Nahrung nicht an der Wasseroberfläche aufnehmen, bleiben die Bemühungen mit der Trockenfliege häufig erfolglos. In solchen Fällen lege ich gerne eine Pause ein und warte auf eine Änderung im Fressverhalten der Fische.

Doch zu den Puristen, die nur mit der Trockenfliege fischen, gehöre ich nicht. Wenn mein Geduldsfaden reißt, dann montiere ich eine Nympfe oder einen kleinen Streamer. Um diese Nassfliegen möglichst tief anbieten zu können, habe ich bis vor nicht allzu langer Zeit entweder ein Sinktipvorfach eingeschlauft oder ein Bleichschrot am Vorfach angeklemmt. Beide Methoden waren nicht befriedigend für mich, weil

  • einerseits die Montagezeit lang ist und
  • andererseits das Bleischrot beim Werfen nicht lange am Vorfach hält.

(Und ist das Gerät erstmal auf das Fischen mit der Nassfliege umgestellt, setzt wieder ein Steigen ein und man würde die Montage am liebsten wieder rückgängig machen…)

Die Idee

Auf der Suche nach einer besseren Montage kam mir schließlich die Idee, ein Bleischrot mit einem kleinen Karabinerhaken zu versehen. Der Karabinerhaken lässt sich einfach in jede Schlaufe am Ende der Fliegenschnur oder in den Pitzenbauer Ring einhängen. Vom ersten Mal an, als ich den Prototypen im Herbst 2007 am Fischwasser ausprobierte, war ich von der Montage überzeugt ! Das Werfen mit einem Bleischrot an der Schnur ist ähnlich (un)komfortabel wie das Werfen mit einer Sinktipspitze, jedoch fischt die Fliege wesentlich tiefer – und die Montage besitzt ansonsten nur Vorteile:

  • sehr schnelles Umstellen des Gerätes von Trockenfliegenfischen auf Nassfliegenfischen und umgekehrt.
  • sehr zuverlässige und haltbare Befestigung an der Schnur.
  • flexibel einsetzbar.
  • günstige und einfache Herstellung.
  • Sinktip- Schnüre und Sinkvorfächer werden nicht mehr gebraucht.

Und als der Erfolg am Fischwasser unter Verwendung dieser Montage nicht lange auf sich warten ließ, war ich restlos überzeugt ! Dem Bleischrot mit dem Karabinerhaken gab ich den Namen ‘Birnchen’.

Herstellung des Birnchens

Für die Herstellung des Birnchens werden folgende Ausgangsmaterialien benötigt:

  • Karabinerhaken, wie er sich z.B. an einem Tonnenwirbel befindet
  • ein Bleischrot
  • kleines Stück einer Strumpfhose
  • Bindefaden (im Bobbin)
  • Zweikomponentenkleber

 

Dazu wird an Werkzeug noch benötigt a) eine Bindeschere und b) eine kleine Kneifzange

Und los geht’s

Schritt 1: Mit der Kneifzange den Tonnenwirbel vom Karabinerhaken abtrennen, so dass die Öse des Karabinerhakens unversehrt bleibt.

Schritt 2: Das Bleischrot mit dem Strumpfstück umschließen und das Strumpfstück mit dem Bindefaden oben fest abbinden. Bindefaden (z.B. mit einfachem Schlag) sichern, diesen aber nicht abschneiden.

Schritt 3: Überschüssiges Strumpfgewebe ca. 1-2 cm oberhalb der abgebundenen Stelle bündig abschneiden. Das ca. 1-2 cm lange Strumpfende durch die Öse des Karabinerhakens ziehen und in Richtung des Bleischrotes umlegen.

Schritt 4: Nach dem Umlegen liegt das Strumpfende neben der zuvor abgebundenen Stelle. Jetzt den Bindefaden nochmals stramm um diese Stelle wickeln, so dass das Strumpfende an dieser Stelle befestigt wird. Bindefaden gut abbinden und abschneiden.

Schritt 5: Das überschüssige Strumpfende abschneiden und das ganze Strumpfgewebe, insbesondere die abgebundene Stelle, mit einem schnellhärtenden Zweikomponenenkleber bestreichen. Fertig ist das Birnchen !

Das Foto zeigt zwei Birnchen mit unterschiedlichen großen Bleischroten.

Mit meinem Birnchen konnte ich unterdessen viele schöne Fische überlisten:

Alternativer Link zu Scribd. Hier Download

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