Posts Tagged ‘Uwe Rieder’

Welcome

Montag, Januar 10th, 2011

(deutsche Version)

Passion Fliegenfischen Zufallsbild

Welcome to the englisch spoken part of „Passion Fly Fishing“. Follow this link to get more information…

Rollwurf gehackt oder gezogen

Dienstag, Dezember 28th, 2010

Der Unterschied der einzelnen Wurstile wird auch in der Lehre und Ausführung des Rollwurfs deutlich. Diesen “halbe Wurf” bekam ich von mehreren Fliegenwurfinstruktoren in sehr unterschiedlicher Art und Weise gezeigt. Den größten Unterschied sah ich in meinen Wurfkursen bei Lasse Karlsson und Uwe Rieder.

Lasse verglich den Bewegungsablauf des Rollwurfes mit dem eines Hackebeils: die Rutenhand soll den Griff der Rute wie ein Hackebeil mit dem Daumen oben auf dem Schaft anfassen. In der Ausgangsposition befindet sich die Rutenhand neben dem Kopf. Die Rutenhand wird dann mit einer ruckartigen und kurzen Bewegung zugleich nach vorne und unten geschlagen, als ob sie ein Holzstück spalten wolle. Die Rute lädt sich durch diese Bewegung schnell auf und setzt den Rollwurf nach kurzem Weg ab.

Uwe verglich den Bewegungsablauf des Rollwurfes mit dem eines Wurfgegenstandes (z.B. Speer oder Ball): er streckt die Rutenhand sehr weit nach hinten, so dass auch seine Ausgangsposition für den Rollwurf sehr weit hinten liegt. Die Rute wird zu Beginn des Rollwurfes ohne Änderung des Arbeitswinkels zum Oberkörper hin gezogen. Der Oberkörper nimmt diese Bewegung auf und führt sie in der Wurfrichtung weiter fort, bis die Bewegung schließlich über die Schulter in den Oberarm und in die Rutenhand kommt.  Erst wenn die Körperbewegung die ziehende Bewegung nicht mehr weiter nach vorne zulässt,  wird der Arbeitswinkel geändert und der Rollwurf abgesetzt. Uwe hält die Rute auch bei längeren Rollwürfen mit der Zeigefingerhaltung.

Beide Arten des Rollwurfes haben Ihre Berechtigung. Wenn dem Werfer hinten nur wenig Platz zur Verfügung steht, muss der Rollwurf zwangsläufig auf kurzem Wege ausgeführt und mehr Kraft in die Bewegung gelegt werden. Bei mehr Rückraum hingegen kann der längere Weg helfen, einen effektiven Rollwurf auszuführen.

Die weiche Fliegenrute trennt die Spreu vom Weizen

Mittwoch, November 24th, 2010

Es war Ende 2007, als ich bei Uwe Rieder einen Privatkurs absolvierte. Nachdem ich ihm meine Art zu werfen gezeigt hatte meinte er sofort, dass er Verbesserungsmöglichkeiten aufzeigen könnte, wenn ich mit einer weicheren Ruten und ohne Doppelzug werfen würde. Natürlich willigte ich ein. Er besorgte daraufhin nicht nur eine weiche, sondern gleich eine ultraweiche Rute von Vision (ich glaube, sie hörte auf den Namen „Mirage“ – ob ihrer Weichheit ein echter Ladenhüter).

Diese Rute war so weich, dass die Rutenspitze fast bis zum Griffende gebogen werden konnte (“Griff- Aktion” !)… meine ersten Würfe mit dieser Rute waren dann auch sehr bescheiden, da meine Wurfmotorik auf wesentlich schnellere Ruten geeicht war. Doch nach einiger Zeit konnte ich mich auf diese weiche Rute einstellen, indem ich den Arbeitsweg erheblich verlängerte. Durch den längeren Arbeitsweg konnte die Rutenladung so kontinuierlich aufgebaut werden, wie es eine solche ultraweiche Rute dem Werfer vorschreibt und meine Würfe wurden besser und besser. Mein Art zu werfen, die den Handgelenkeinsatz extrem minimiert, half mir bei dieser Übung sehr. Übrigens benutzt auch Uwe – wie auch einige andere Spitzenwerfer der Szene – ebenfalls das Handgelenk so gut wie nicht.

Uwe prägte dann bei mir noch einen Satz, der sinngemäß lautete: „Tobias, es gibt viele gute Werfer, die massive Schwierigkeiten bekommen, wenn sie eine lange Schnur mit weicher Rute werfen sollen. Die weiche Rute zeigt, wer wirklich gut werfen kann. Die weiche Rute trennt die Spreu vom Weizen“. Wieder in Berlin schnappte ich sogleich meine weichste Fliegenrute (die ich vor dem Kurs bei Uwe noch verkaufen wollte) und übte mit ihr ein Jahr lang regelmäßig. Ich bin davon überzeugt, dass dieses Training mit der weichen Fliegenrute meiner Wurfmotorik sehr geholfen hat…