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Turnierwurf Fliege Einhand weit

Samstag, April 30th, 2011

Für den turniermäßigen Distanzwurf  “Fliege Einhand weit”  gelten die gleichen Anforderungen wie für den Weitwurf mit gewöhnlicher Ausrüstung. Allerdings gibt es einige Abweichungen, die sich im Wesentlichen aus Unterschieden in der Gerätewahl und den Anforderungen des Turnieres ergeben. Zum einen verwenden die Turnierwerfer sehr steife Ruten, die mit schweren, dünnen und meist bleihaltigen Schnüren bestückt sind. Zum anderen spielt es für die Wertung keine Rolle, ob der Wurf auch für das praktische Fischen geeignet ist (Schnur darf z.B. den Boden berühren und dicht am Körper vorbeiziehen).

Viele turniermäßige Distanzwerfer bevorzugen eine absolut vertikale Wurfebene unter Verwendung einens sehr offenen Arbeitswinkels, der nicht selten zwischen der 9 und 15 Uhr- Stellung und sogar darüber (!) liegt. Befindet sich bereits ein längeres Stück der Wurfschnur außerhalb des Spitzenringes, dann – und nur dann – kann trotz des großen Arbeitswinkels ein Bodenkontakt vermieden werden und eine enge Schlaufe entstehen. Bei einer längeren Wurfschnur entsteht unmittelbar nach dem Stopp in der 9 bzw. 15 Uhr- Stellung zunächst eine große Schlaufe, die sich jedoch durch die hohe Geschwindigkeit, Masse und Richtung der langen Oberschnur im weiteren Verlauf des Ausrollens zuzieht bzw. verengt.

Ich selber trainiere den turniermäßigen Distanzwurf nicht, weil es für das praktische Fischen so gut wie keine Bedeutung hat.  Die wichtigen Elemente für einen weiten Wurf können auch ohne Turniergerät und -bedingungen erlernt werden. Was sich der ambitionierte Fliegenwerfer aber in jedem Falle vom Turnierwurf  abschauen sollte sich der Körpereinsatz (Streckbewegung) und die Anwendung der Schnurhand.

Nachstehend die Beschreibung eines Turnierdistanzwurfes, die ich aus dem Englischen übersetzt habe.  Autor ist  Thomas Maire, ein erfolgreicher Castingsportler.

Die Endgeschwindigkeit

Mittwoch, November 24th, 2010

Hans- Ruedi Hebeisen demonstriert in seinen Kursen eindrucksvoll die Bedeutung der Endbeschleunigung wie folgt: rund zwanzig Meter Fliegenschnur legt er gestreckt hinter sich auf die Wiese. Die Rute liegt weit hinten in der Ausgangsposition. Dann beginnt er den Vorwärtswurf mit einer sehr langsamen Zeitlupenbewegung. Erst wenn etwa die hälfte des Wurfweges (Arbeitsweges) in diesem langsamen Tempo absolviert ist, beschleunigt er die Rute bei gleichzeitigem impulsivem Zug der Schnurhand stark – und die gesamte Schnur inklusive Nachschnur fliegt mühelos heraus ! Damit wird deutlich, dass es nur auf die Endgeschwindigkeit beim Wurf ankommt. Oft wird die Kraft viel zu früh zu Beginn des Wurfes eingesetzt. Wird hingegen über einen längeren Arbeitsweg langsam begonnen und erst am Ende  stark beschleunigt – so zeigt es HRH mit der Demonstration seines “Wiesenwurfes” – wird letztendlich der Krafteinsatz bei optimaler Wurfleistung minimiert.